Asien: The Big Issue Japan

  

Beschreibe Obdachlosigkeit  in Japan

Seit dem wirtschaftlichen Abschwung hat sich die Zahl obdachloser Menschen erhöht. Die meisten sind Männer, im Durchschnitt 56 Jahre alt. Sie haben als Tagelöhner in der Bauwirtschaft gearbeitet. Das Schrumpfen der Wirtschaft hat Arbeitsplatzverluste im Bausektor verursacht und auch im Dienstleitungssektor. Nach einer Untersuchung der Regierung von 2003 gibt es Obdachlosigkeit im ganzen Land. Es gibt 25.296 Obdachlose in Japan, davon 749 Frauen. In Osaka, wo wir mit der Straßenzeitung begonnen haben, sind es 7.757, in Tokio 6.361. Die tatsächliche Zahl ist wahrscheinlich höher, weil viel Obdachlose herumziehen. Viele versuchen etwas Geld durch Sammeln von Aluminiumdosen und anderem Material für Recycling zu verdienen. Frauen sind weniger durch Obdachlosigkeit gefährdet, obwohl auch ihre Zahl steigt. Normalerweise ist es einfacher für Frauen, einen Job zu finden, da meist die Löhne für Frauen niedriger sind. Zudem werden Frauen innerhalb einer Familie mehr unterstützt. Sie sind oft sozial nicht so isoliert wir Männer. Mittlerweile hat die japanische Regierung offiziell Obdachlosigkeit als ein soziales Problem anerkannt und 2002 Gesetze zur Unterstützung Obdachloser verabschiedet. Die neueste Untersuchung der japanischen Regierung 2008 zeigte einen Rückgang der Zahl der Obdachlosen. Trotzdem steigt die Zahl der jungen Menschen, die in Internetcafes und ähnlichen Plätzen übernachten müssen rapide an und wächst zu einem neuen, grossen Problem heran.

  

Was war der Auslöser für Euch, Eure Straßenzeitung zu gründen?

In Osaka sieht man jeden Tag Leute, die auf der Straße schlafen und es war an der Zeit, etwas dagegen zu tun. Zu Beginn war die Unterstützung durch die Öffentlichkeit entscheidend. Wir hatten keine grossen Einnahmen durch Anzeigen, aber der Verkauf brachte genug Geld, die Herstellungskosten zu decken. Die Resonanz war wirklich gut.

Was hat Eure Straßenzeitung erreicht ?

Wir feiern unseren 5. Geburtstag im September 2008. Zweifellos haben wir die Leute dazu gebracht, über Obdachlosigkeit zu reden und haben Kommunikation zwischen Obdachlosen und Nicht-Odachlosen ermöglicht. Viele Leute meinen, dass Obdachlosigkeit ein persönliches Problem ist, aber wir haben aufgezeigt, dass es ein soziales Problem ist. Unsere Bekanntheit wächst und internationale Firmen wie NEC, HP und Microsoft arbeiten mit uns an der Entwicklung von Projekten, die sich an unsere Verkäufer richten.

Welche Entwicklung wird Eure Straßenzeitung über die nächsten 5 Jahre nehmen ?

In 2007 haben wir eine karitative Organisation gegründet, die obdachlose Menschen in den Bereichen Berufsausbildung, Gesundheitsversorgung und Freizeitgestaltung unterstützt.  Wir würden gerne durch eine engere Zusammenarbeit mit anderen karitativen Organisationen eine noch bessere Unterstützung für Obdachlose erreichen. Auch möchten wir die Aufmerksamkeit der japanischen Gesellschaft zum Thema Obdachlosigkeit und Armut als dringende Probleme erhöhen.

Was sind die Vorteile der Mitgliedschaft im INSP und was war der Effekt auf Eure Straßenzeitung ?

Wir haben wirklich sehr viel Hilfe von all den Big Issue Zeitschriften in Großbritannien erhalten. Ohne ihre Hilfe wäre es uns nicht möglich gewesen, solch ein qualitativ hochwertiges Magazin herzustellen. The Big Issue und der „Street News Service" von INSP sind unsere Hauptquelle für die internationale Berichterstattung. Unsere japanische Leserschaft mag Berichte über internationale soziale Themen. Unsere Leser meinen, der Reiz dieser Artikel besteht darin, dass sie authentisch sind und nicht in anderen Medien in Japan erscheinen.