Australien: The Big Issue Australien
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Beschreibe die Situation Obdachloser in Australien
Die gute Nachricht ist, dass die australische Regierung im Dezember 2007 die Bekämpfung von Obdachlosigkeit zu einer ihrer Prioritäten gemacht hat. Die schlechte Nachricht ist, dass es in einem relativ wohlhabenden Land wie Australien immer noch geschätzte 100.000 Menschen ohne Obdach gibt. Schlimmer noch, die Hälfte davon sind jünger als 24 und ein Zehntel Kinder. Unter unseren Verkäufern gibt es Leute mit psychischen Erkrankungen, köperlichen Behinderungen und viele Langzeitarbeitslose.
Was war der Auslöser für Euch, Eure Straßenzeitung ins Leben zu rufen?
The Big Issue Australia erschien zum ersten Mal in Melbourne im Juni 1996 als Lösungsansatz im Kampf gegen Obdachlosigkeit. Seit 1996 hat das Magazine seine Berichterstattung erweitert und erscheint heute in den meisten australischen Bundesstaaten. Die Idee für dieses Magazin kam durch The Big Issue UK, welches zum ersten Mal im September 1991 erschien.
Was hat Eure Straßenzeitung erreicht ?
The Big Issue ist während der letzten 12 Jahre stetig gewachsen. Zunächst gab es das Magazin nur in Melbourne, heute ist es eine landesweite Zeitschrift. Sie erscheint in allen australischen Bundesstaaten bis auf einen. In einer Zeit, wo Printmedien es vermeintlich schwer haben gegen die Konkurrenz im Internet, hat sich unsere Auflagenzahl und Leserschaft kontinuierlich vermehrt.
Wir nähern uns 5 Millionen verkaufter Exemplare (im August 2008) - ein bemerkenswerter Erfolg. Dieses Wachstum lässt vermutet, dass die Leute nicht nur unsere Botschaft und Ziele unterstützen und Verkäufern helfen durch den Kauf des Magazins, sondern dass die Zeitschrift auch wegen ihres Inhalts gelesen wird. Durch unseren guten Ruf erlangen wir Zugang zu bedeutenden Persönlichkeiten der Gesellschaft und erhalten weit reichende Anerkennung für unser Vorhaben.
Seit dem Start von The Big Issue Australia haben seine Verkäufer 7,5 Millionen Dollar direkt durch den Verkauf des Magazins verdient. Dies beweist, dass Obdachlose, wenn sie eine Chance bekommen, erfolgreich arbeiten können. Nach Schätzungen hat The Big Issue der australischen Gesellschaft durch seine Arbeit mehr als 100 Millionen Dollar eingespart.
Welchen Einfluss hat die soziale/wirtschaftliche/politische Situation des Landes auf Eure Straßenzeitung ?
Wir sind sehr bestrebt, nicht mit einer einzelnen politischen Partei oder einer politischen Strömung identifiziert zu werden. Unsere Unabhängigkeit müssen wir beibehalten. Es stimmt sicherlich, dass uns die vorherige Bundesregierung einige Gründe zum Widerspruch lieferte, aber wir werden auch nicht zögern, die derzeitige Regierung zu kritisieren, wenn dies uns nötig erscheint. Aber, ehrlich gesagt, wir sehen uns nicht als politisches Magazin. Wir sind anders, unkalkulierbar, manchmal respektlos und, was das Wichtigste ist: lebendig. Unser Stil und unsere Stimme sind unverwechselbar und das ist Teil unserer Stärke.
Welche Entwicklung wird Eure Straßenzeitung über die nächsten 5 Jahre nehmen ?
Einfach gesagt ist unsere Mission, unsere Leserschaft und Berichterstattung zu vergrössern und dadurch obdachlosen und arbeitslosen Menschen zu helfen. Wir beabsichtigen Leuten, die Interesse haben bei The Big Issue mitzuarbeiten, mehr und bessere Gelegenheiten zur Teilnahme zu geben. Am wichtigsten ist natürlich, weiterhin alle 2 Wochen eine neue Ausgabe herauszubringen. Wenn wir das Magazin lebendig, interessant und aussagekräftig erhalten können, dann gibt es keinen Grund, warum The Big Issue nicht weiterhin stetig wachsen kann. Die wirtschaftliche Situation in Australien ist schwierig, wie anderswo auch, aber das Magazin ist einzigartig, sowohl in seinem Stil und, noch wichtiger, in der Art des Verkaufs. Wir müssen auch in Zukunft anders sein. Wir werden unsere Internetpräsenz beibehalten und verbessern aber die Priorität bleibt unsere Publikation im Druck, das ist das Produkt, das unsere Verkäufer verkaufen.